Es gibt viele Gründe, warum Kunststoffe in den meisten Volkswirtschaften der Welt von verschiedensten Branchen so häufig verwendet werden.
Es gibt viele Gründe, warum Kunststoffe in den meisten Volkswirtschaften der Welt von verschiedensten Branchen so häufig verwendet werden.
Kunststoffe sind haltbar, flexibel, leicht und kostengünstig. Sie verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln und Getränken, ermöglichen einen sicheren und energieeffizienten Transport von Waren und bieten Unternehmen wertvolle Marketingmöglichkeiten.
Im vergangenen Jahr entfielen laut Plastic Oceans International über 40 % der weltweit produzierten 380 Millionen Tonnen¹ Kunststoffe auf Verpackungen. So nützlich Kunststoffe für Verpackungszwecke auch sein mögen, ihre Schattenseiten werden immer deutlicher. In den Ozeanen treiben derzeit schätzungsweise 150 Millionen Tonnen Kunststoffe – ein Grossteil davon in Meereswirbeln von enormen Dimensionen. Da jährlich nur 9 % aller Kunststoffverpackungen recycelt werden, gehen laut Weltwirtschaftsforum 95 % ihres Werts (80 bis 120 Milliarden US-Dollar jährlich) nach einmaligem Gebrauch verloren.
2018 setzte sich die Europäische Kommission das ehrgeizige Ziel, bis 2030 alle in der Eurozone produzierten Kunststoffverpackungen wiederzuverwenden oder zu recyceln. Ziel der Kommission ist es, Einwegplastik massiv zu reduzieren und die bewusste Herstellung von Mikroplastik – kleine Kunststoffteilchen, die besonders negative Auswirkungen auf natürliche Ökosysteme haben können – einzuschränken.
Da die Nachfrage nach Verpackungsmaterial voraussichtlich weiter steigen wird, ist es dringend geboten, nachhaltigere, umweltfreundliche Lösungen zu entwickeln. Diese lassen sich in zwei grosse Kategorien einteilen:
Da Kunststoffe in der Wirtschaft allgegenwärtig sind, müssen Hersteller und Verbraucher den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffprodukten besser verwalten. Die Verwendung umweltfreundlicherer Materialien bei der Herstellung und ein effizienteres Recycling der fertigen Produkte können die negativen Umweltauswirkungen erheblich verringern.
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, sowohl die Kunststoffproduktion als auch das Abfallmanagement zu optimieren:

Papier und Karton aus Holz sind nach wie vor eine attraktive Alternative, insbesondere für Verpackungen, die keine Barriere zum Schutz vor Feuchtigkeit und Sauerstoff benötigen. Effizientere Beschichtungsmaterialien machen Verpackungen aus Papier für verderbliche Waren ausserdem wettbewerbsfähiger gegenüber Kunststoffen. Nestlé Japan verwendet bereits Papier zum Verpacken von Schokoriegeln, und der Getränkehersteller Carlsberg hat die erste Bierflasche aus 100 % biobasiertem Papier hergestellt.
Ein grosser Vorteil von Papier als Verpackungsmaterial ist seine Wiederverwertbarkeit. Nach Angaben des European Paper Recycling Council werden derzeit über 72 % des in Europa verbrauchten Papiers recycelt, wobei Papier für die Verpackung von Lebensmitteln und Getränken eine grössere Herausforderung ist.
Papier ist ausserdem eine erneuerbare Ressource, die bei richtigem Einsatz weit umweltfreundlicher ist als Kunststoff auf Basis fossiler Energieträger. Organisationen wie das Programme for the Endorsement of Forest Certification (PEFC) und der Forest Stewardship Council (FSC) zertifizieren Papierprodukte, die aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Die vermehrte Verwendung zertifizierter Papierprodukte trägt dazu bei, die Wälder zu erhalten, aus denen diese wertvolle erneuerbare Ressource gewonnen wird.

Innovative und umweltfreundliche Materialien, die aus fossilen Energieträgern hergestellte Kunststoffe ersetzen können, stossen bei führenden Unternehmen ebenfalls auf Interesse.

Zwischen 1950 und 2017 wurden 9,2 Milliarden Tonnen Kunststoff hergestellt² – mehr als eine Tonne für jeden heute auf der Erde lebenden Menschen. Da nach wie vor 79 % der jährlichen Kunststoffproduktion auf Mülldeponien oder als Abfall an Land und in den Meeren landen, wird das Verschmutzungsproblem immer akuter. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen schätzt die externen Kosten der Plastikverschmutzung auf mindestens 40 Milliarden Dollar jährlich.
Die Lösungen liegen auf der Hand, aber es gibt noch viele Herausforderungen, die einer kosteneffizienten Umsetzung entgegenstehen. Das Kunststoffrecycling bietet ein enormes Potenzial, erfordert jedoch bessere Produktdesignstandards und eine Verbesserung der Recycling-Infrastruktur in allen Volkswirtschaften der Welt. Ausserdem müssen alle Interessengruppen – von den Verbrauchern über die Unternehmen bis hin zu den Regierungen – hinter diesem Ziel stehen.
Es gibt Hunderte von umweltfreundlichen Verpackungslösungen, die auf innovativen Materialien basieren und deren Herstellungs- und Abfallentsorgungsprozesse effizienter sind. Keine dieser Lösungen ist ein Allheilmittel für das Problem der Kunststoffverschmutzung, aber jede von ihnen kann ein Teil der Lösung sein.
KUNSTSTOFF IN ZAHLEN³
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Quellen:
1 - Plastic Oceans, 2020
2 - Statista - Global plastic materials flow 1950-2017
3 - Europe Stat EUROPA pan-european factsheet (2019); Eurobarometer; PlasticsEurope; Eurostat; Ellen MacArthur Foundation; Plastic Oceans; UN Umweltprogramm (2020)